Sony PXW-FS5

– Die neue Alternative mit Super 35 Exmor-Sensor?

Zur IBC 2015 stellte Sony seinen neuen Großformat Camcorder FS5 vor.

Im Vorfeld vermuteten viele eine abgespeckte Version der erfolgreichen Sony PXW-FS7. Und ja, die neue PXW-FS5 bringt Ähnlichkeiten mit sich (z.B. identischer S35mm EXMOR Sensor), sie bietet aber auch einige ganz neue Ansätze. Das kompaktere Design ermöglicht ganz neue Möglichkeiten z.B. in Verbindung mit einem Gimbal aber auch der flexible Zoom-Griff und der zusätzliche Sucher bieten neue Features fürs Handling der Kamera.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Sony PXW-FS5 wird sicherlich nicht die Wachablösung der (ja eigentlich auch noch brandneuen) FS7 einläuten. Vielmehr bietet sie neue Einsatzmöglichkeiten in der Ergänzung zur großen Schwester und ist eher eine Alternative zu Canons C100 oder dem Kamera-LineUp von Blackmagic Design.

Wie die FS7 so bietet auch die PXW-FS5 eine Dynamik von 14 Blenden, Gammamodus S-Log 2 und S-Log 3 und den mittlerweile etablierten E-Mount (welcher mit Hilfe der sehr verbreiteten Metabone-Adapter problemlos auch auf EF-Objektive adaptiert werden kann).

Unterschiede Sony PXW-FS5 zur PXW-FS7:

Sony PXW-FS5 und Sony PXW-FS7 mit allen vorhandenen Objektiven

Sony PXW-FS5 und Sony PXW-FS7 mit allen vorhandenen Objektiven

Die Sony PXW-FS5 kommt erstmal mit einem wesentlich kleineren Body daher und ist mit 800 Gramm (Body only) auch merklich leichter als die FS7. Die Kamera kann nach oben nicht direkt in 4K (4.096 x 2.160) aufzeichnen, bietet also maximal die Möglichkeit der UHD-Aufzeichnung (3.840 x 2.160) bis 30p (in 4:2:0 Farbabtastung / 8Bit Quantifizierung max. 100Mbit/s, vgl. FS7 mit max. 4K 59,94p bis 600Mbit/s).

Der 100Mbit Codec der FS5 arbeitet ausschließlich in XAVC-LongGOP, bietet also keine Inter-Frame Kodierung an. Zukünftig soll allerdings ein bezahlbares Update den 3G-SDI Ausgang auch zum RAW Ausgang umschalten lassen. Somit könnten dann auch höhere Qualitäten mit Hilfe von externen Rekordern wie dem Convergent Odyssee oder dem Atomos Shogun erzielt werden.

In Puncto Higher Frame Rates kann die PXW-FS5 mit 240 Bilder/sec. (in HD 1080) intern sogar etwas mehr als die FS7. Diese ermöglicht intern in HD max. 180 Bilder. Allerdings sprechen wir bei der FS5 dann von 8 Sekunden Cache-Recording, während die 180 Bilder der FS7 als kontinuierliche Aufnahme möglich sind.

Bei der Wahl der Aufzeichnungsmedien beschränkt sich Sony bei der FS5 auf die alt bekannten SD (2 Slots) – und Memory-Stick (1 Slot) Formate. Es bedarf also nicht der doch relativ teuren XQD-Medien wie bei der FS7.

Sehr benutzerfreundlich gestaltet Sony den flexibel anzubringenden LCD-Bildschirm. Dieser kann an mehreren Stellen der Kamera montiert werden. Ebenfalls bietet die FS5 einen Sucher am Heck, man kann also die Kamera im Handheld-Stil direkt auf der Handfläche vor dem Auge führen.

Ein Feature mehr gibt es bei der Wahl der internen ND-Filter. Während bei der FS7 „nur“ 1/4, 1/16 und 1/64 zur Verfügung stehen, verfügt die FS5 zusätzlich über einen variablen, elektronischen ND Filter. Dieses Feature ermöglicht eine lineare Einstellung von 1/4 bis 1/128.

Fazit

Wer einen kompromisslosen HD-Cine-Camcorder sucht, der ist bei der PXW-FS5 genau richtig. Toller Sensor, große Dynamik, Handling, ND-Filter, erwachsene Gammafunktionen etc. lassen kaum Wünsche offen. Sicherlich eine ernst zu nehmende Alternative zu Canons C100 MKII und – als HD-Camcorder – auch für das bis dato existente Blackmagic LineUp. Die Potenz in Puncto 4K geht der Sony PXW-FS5 sicherlich ein wenig ab. Aber das sollte man (Stand heute) von einem Camcorder in dieser Preisklasse auch nicht erwarten, bzw. müssten ggf. im Nachgang über externe Rekorder gelöst werden. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten z.B. im Zusammenspiel mit einem Gimbal oder auch als Handkamera in engen Situationen bieten am Ende auch die tatsächlichen Mehrwerte im Vergleich zu der etwas „erwachseneren“ Cine-Kam Sony PXW-FS7.