Monitore der Kameras – Kompromisse als Referenz?

Bei Videoproduktionen dient ein Monitor immer zur Vorschau von dem, was vor der Linse passiert und intern auf der Kamera aufgezeichnet wird. Nahezu alle heutzutage genutzten digitalen Kameras besitzen verbaute Displays mit denen sowohl die Einstellungs-Menüs der Kamera als auch das Live-Bild dargestellt werden kann. Jedoch lässt sich kaum eine Kamera finden, wo man mit Begeisterung sagen kann, dass der eingebaute Monitor wirklich einwandfrei für den Produktionsalltag geeignet ist und als Bildreferenz genutzt werden kann.

Die meisten Monitore sind entweder zu klein, besitzen eine miserable Farbwiedergabe, sind nicht schwenk- oder rotierbar oder sind schlichtweg zu dunkel und dadurch für Außendrehs nicht verwendbar. Die Hersteller bilden immer ein Kompromiss, um die Kamera möglichst günstig und wettbewerbstauglich auf den Markt anbieten zu können. Und genau dieser Kompromiss macht am Ende keinen Filmemacher wirklich glücklich. Viewfinder geben da meist schon ein wesentlich besseres Bild ab und eignen sich ideal bei Aufnahmen vom Stativ oder aus der Hand. Aber sobald die Kamera auf einen Gimbal angebracht wird oder an einer nicht erreichbaren Position platziert wird, kommt man kaum um einen externen Monitor herum.

Diese haben den großen Vorteil, dass sie wesentlich besser in Hinsicht Auflösung, Farbraumabdeckung und Helligkeit als die verbauten Displays der Kameras sind.  Es gibt eine große Anzahl an Herstellern, die externe Monitor-Lösungen anbieten. Auf der Suche nach einem externen Monitor stößt man meist recht schnell auf die Monitore von SmallHD, die sich in der Produktionswelt zum Standard etabliert haben.

Zwei Freunde erobern den SuperBowl

Die Unternehmensgeschichte von SmallHD könnte glatt einem Drehbuch eines Spielfilms entstammen: Die zwei jungen, befreundeten Filmemacher Wes Phillips und Dale Backus, die seit ihrer Kindheit mit einer großen Leidenschaft kaum etwas anderes tun als Filme und Videos in verschiedensten Variationen zu kreieren, nehmen an dem „Doritos: Crash The Superbowl Contest“​ teil und sehen kurzer Zeit später ihren für den Contest kreierten Werbespot in der berühmten Halbzeitpause des Superbowls wieder.

Selbst mit dem gewonnen Preisgeld hatten sie wie vermutlich jeder junge Filmemacher nicht viel Budget für Produktionstechnik. So mussten die Freunde sehr kreativ sein und allerlei Hilfsmittel wie Dollys, Kräne usw. selber zusammenbasteln. Schnell stellten sie fest, dass es auf dem Markt zu der Zeit keine vernünftigen, preiswerten kleinen Monitore gab. Daher halfen sie sich wieder aus und fingen an einen eigenen Monitor aus Komponenten zusammenzuschrauben, was schnell den ersten Prototypen des berühmten DP.1 ergab. Der DP.1 wurde recht schnell bei befreundeten Filmemachern beliebt, wodurch recht schnell die ersten Aufträge für die beiden reinkamen. Der Rest ist Geschichte.

Wen die komplette Story interessiert, sollte sich Big Winners: The SmallHD Story auf YouTube anschauen.

Von Filmemacher für Filmemacher

Pagebuilder OS

SmallHD Monitore sind vermutlich grade deswegen so beliebt bei den großen DOPs dieser Welt: Die Macher und Entwickler sind selber Filmschaffende und wissen daher genau, worauf es in einer Produktion ankommt und wie ein externer Monitor dem Filmemacher das Leben möglichst einfach machen kann. Und genau dies merkt man den SmallHD Monitoren an: Von den verbauten hochwertigen Displays, über das Handling und die Software, das mit dem Pagebuilder OS sich unglaublich intuitiv steuern lässt, bis zu den leichten & robusten Gehäusen, die auch härtere Produktionsumgebungen überdauern.

Monitore…sehr viele Monitore…

Wenn sich nun ein Filmemacher dazu entscheidet auf einen SmallHD Monitor zu vertrauen und nach einem sucht, wird er womöglich erschlagen von der Masse an Monitoren die SmallHD bietet. Warum bietet der eine Monitor mehr oder weniger als der andere? Warum haben einige der Monitore nicht mal eine Full HD Auflösung? Und warum sind einige per Touch steuerbar und andere wiederum nicht?

Die Begründung liegt in der Vergangenheit: SmallHD Monitore haben eine gewisse Zeit und Entwicklung benötigt, bis sie so gut & umfangreich waren, wie sie es heute sind. Einige Monitore, die jetzt noch erhältlich sind, sind schon einige Jahre auf dem Markt und haben deshalb komplett unterschiedliche Spezifikationen und verbaute Technik. Genau aus dem Grund blicken wir in die Vergangenheit.

  • 2009

    DP1

    Im Jahre 2009 gab es nicht wirklich viele kleine Produktions-Monitore. Und wenn dann waren diese recht groß und schwer und leider auch sehr teuer. Wes und Dale haben daher mit dem DP1 Monitor genau die richtige Alternative auf den Markt gebracht: Ein handlicher, eleganter 8,9″ Monitor, der eine 720p Auflösung und stolze 400 nits Helligkeit besaß. Für viele Filmer genau der Monitor, den sie schon lange gesucht hatten.

     

    2009

  • 2010

    DP4 / DP6

    Nach nur kurzer Zeit hat SmallHD auf Nachfrage auch eine kleinere Versionen des DP.1 herausgebracht: Den 4″ bzw. 5,6″ Monitor DP4 und DP6. SmallHD verwendete dafür jedoch komplett neue und verbesserte Panels, die eine höhere Auflösung von 1280×800 Pixel bieten. Ebenfalls wurde die recht gewöhnungsbedürftige Steuerung überarbeitet, wodurch der Monitor ein kleines Steuerrad an der Oberseite erhielt, um schneller durch das Menü wechseln zu können. Durch die kompakte Größe, das gute Panel und die Robustheit ist der DP4 & DP6 sehr beliebt gewesen und wird auch heute noch von einigen Filmern gerne genutzt. Beim DP4 wurde auch erstmals ein Sucheraufsatz als Zubehör mitgeliefert, wodurch viele den Monitor auch als Viewfinder verwenden konnten

     

    2010

  • 2012-2013

    DP7-Pro Serie

    SmallHD hörte auf seine Kunden und brachte einen neuen 7″ Monitor raus: Den DP7-Pro. Dieser besaß wieder ein neues, verbessertes IPS Panel mit höherer Farbwiedergabe und 400nits Helligkeit. Des Weiteren konnten nun endlich auch LUTs via SD Karte importiert werden konnten. Ebenfalls gab es einen verriegelbare DC-Eingang und die Bedienung  des Monitors wurde vereinfacht durch mehrere Benutzertasten vorne am Display.

    Wenig später brachte SmallHD ebenfalls eine Variante des DP7-Pro heraus mit 1000 nits Helligkeit, wodurch der Monitor bei schwierigen Außendrehs genutzt werden konnte.

    Zur selben Zeit wurde ein der DP-7 Pro OLED angekündigt, der wie der Name schon vermuten lässt, anstelle eines LCD Panels ein technologisch fortgeschritteneres OLED Panel besitzt.

     

    2012-2013

  • 2014

    AC7 Serie

    SmallHD wollte für die auch für Einsteiger Monitore anbieten und hat daher die AC7 Serie vorgestellt. Den AC7 gab es in verschiedenen Varianten: Ob mit SDI oder HDMI Eingängen oder mit LCD oder OLED Panel. Je nach Wunsch konnte der Kunde entscheiden, welcher Monitor ausreichend ist und wie viel Budget entsprechend dafür verfügbar ist.

    Eine weitere Besonderheit an dem AC7 war, dass man erstmals eine V-Mount Akkuplatte hinten anbringen konnte und dass es einen USB Ausgang zur Speisung von Zubehör gab.

     

    2014

  • 2015

    500 Serie

    Nach dem Erfolg der DP Serie hat SmallHD den 502 und 501 vorgestellt: Zwei 5″ Monitore mit einem komplett neuen Design, was die Monitore extrem kompakt machte. Aber nicht nur das Design wurde geändert. Bei diesen Modellen wurde nun auch erstmal das bekannte SmallHD OS vorgestellt mit der Pagebuilder Funktion, die mittlerweile viele Mitbewerber nachahmen.

    Aber auch die verbauten Panels wurden verbessert: Mittlerweile konnte man in dem 502 und 501 ein FullHD Panel vorfinden, was den Monitor besonders beliebt bei Fokus-Pullern machte. Je nach Version besaßen die Monitore HDMI & SDI oder nur HDMI Eingänge – der 502 mit SDI und HDMI konnte sogar eine Cross-Konvertierung durchführen.

    Zusätzlich gab es bis zu einer gewissen Zeit einen EVF Aufsatz, wodurch der Monitor gleichzeitig als Viewfinder genutzt werden konnte.

     

    2015

  • 2015-2016

    700 Serie

    Nach dem Erfolg der 5″ Monitore 502 und 501, war die Nachfrage groß nach einer größeren Version der Monitore. SmallHD handelte entsprechend und stellte den 702 Bright vor: Ein 7″ Full Variante mit der neuen OS und Pagebuilder Funktion. Das Besondere an dem 702 Bright war jedoch, dass dieser erstmals eine maximale Helligkeit von 1000 nits bietete und somit sich ideal für Außendrehs eignete.

    Aber auch für das kleinere Budget wurden zwei 7″ Varianten vorgestellt: 701/702 lite. Diese Monitore besaßen nur eine HD Auflösung, eine maximale Helligkeit von 450 nits und je nach Variante entweder sowohl SDI als auch HDMI Eingänge oder eben nur einen HDMI.

    Des Weiteren wurde noch eine OLED Variante des 7″ Monitors angeboten, der 702 OLED. Die OLED Variante hatte entsprechend ein höheres Kontrastverhältnis und Farbraumabdeckung.

     

    2015-2016

  • 2017

    Focus Serie

    Nachdem nun auch einige andere Hersteller wie Atomos günstige kleine Monitore herausbrachten, war SmallHD wieder in Zugzwang auch für den Einsteiger-Markt Lösungen anzubieten. Daher stellten sie mit dem Focus 5″ den ersten SmallHD Monitor mit Touchscreen vor, der sich ideal zur Verwendung mit DSLR/DLSM Kameras eignet. Die Steuerung des OS wurde dadurch noch intuitiver und schneller. Der Focus 5″ besitzt zwar nur eine HD Auflösung und nur HDMI Schnittstellen, jedoch war dies eben der Kompromiss um einen sehr günstigen und guten Monitor anbieten zu können.

    Durch die maximale Helligkeit von 800 nits kann der Focus ebenfalls mit der Konkurrenz von Atomos mithalten. Eine weitere Besonderheit an dem Monitor ist, dass dieser einen DC-Ausgang besitzt, wodurch via Akku Dummy die DSLR/DSLM Kamera über den angeschlossenen NP-F Akku des Monitors gespeist werden konnte. Man spart sich somit eine seperate Akkulösung für Kameras.

    Genauso wie bei den vorherigen Serien, wurde auch von dem 5″ Focus Monitor eine Variante mit OLED Panel vorgestellt: Der Focus OLED.

     

    2017

  • 2018

    Ultra-bright Serie

    Für viele Anwender waren die 1000 nits Helligkeit, die die Monitore der 700er Serie maximal darstellen konnten, nicht genug. Besonders an sonnigen Orten oder bei Aufnahmen im Winter, wo der Schnee sämtliche Lichtquellen reflektiert, werden noch höhere Helligkeiten benötigt. Daher wurden die SmallHD Monitore um den 503 und 703 Ultra Bright ergänzt, die eine maximale Helligkeit von bis zu 2200 nits besaßen.

    Der 503 & 703 ist eines der Topmodelle der SmallHD Monitore und besitzt daher alles, was der Professionelle Filmer benötigt: SDI& HDMI Ein- und Ausgänge (inkl. Cross-Conversion), FullHD Panel mit 100% Rec.709 Farbraumabdeckung und die Möglichkeit der Stromversorgung via NP-F oder V-Mount Akkus oder via 2-Pin Lemo Eingang.

     

    2018

  • 2019

    Focus 7

    Der Focus 7 ist eine 7″ Variante der beliebten Focus Serie und ist genauso wie die anderen Focus Monitore eine abgespeckte, aber günstige Variante der 700er Serie: Der Monitor besitzt nur HDMI Ein-&Ausgänge, einen Touch Display, keinen DC-Eingang & besitzt daher nur die Möglichkeit zu Speisung via NP-F Akkus. Jedoch hat die 7″ Variante eine Full HD Auflösung und sogar 1000 Nits maximale Helligkeit, was bei einem 7″ Monitor sehr praktisch beim Focus-Pullen ist.

    Genauso wie bei dem 5″ Monitor kann via DC-Ausgang die genutzte Kamera über den NP-F Akku mit Strom versorgt werden.

     

    2019

  • 2019

    702 Touch

    Dadurch dass vielen Besitzern der Focus Serie die Touch-Steuerung sehr gefallen hat, hat SmallHD beschlossen diese Steuerungsart auch in die professionellere 700er Serie einzubauen und stellte den 702 Touch vor. Doch der 702 Touch ist eher der Focus Serie nachempfunden, besitzt daher auch das neue Design und ist wesentlich leichter als die 700er Monitore.

    Der Monitor bietet für einen passablen Preis unglaublich viel: Ein FullHD Panel mit 1.500 Nits Helligkeit, 100% DCI Farbraumabdeckung, sowohl SDI als auch HDMI Ein- und Ausgänge und unterschiedlichste Stromspeisemöglichkeiten wie NP-F oder V-Mount Akkus oder via Hohlsteckereingang.

     

    2019

  • 2019

    Cine 7

    Der Cine7 ist komplett auf die High-End Digital Cinema Kameras ausgerichtet. Der Monitor bietet ein FullHD Panel, das 100% des DCI-P3 abdeckt und sogar 1800 Nits maximale Helligkeit besitzt. Das besondere an dem Monitor: via passendem Kabel und Software kann die Steuerung der Kamera komplett über den Touch Displays des Monitors erfolgen. Dies ist bisher für ARRI und RED Kameras möglich und soll zukünftig auch für die Sony Venice erschlossen werden.

    Der Cine7 bietet wie alle Top-End Monitore von SmallHD eine Stromspeisung sowohl via DC-In, NP-F oder V-Mount Akkus. Ebenfalls gibt es sowohl SDI und HDMI Ein- und Ausgänge.

     

    2019

Überblick über die verschiedenen 5″ und 7″ Monitore

Nach dem kurzen Blick in die Historie der SmallHD lassen sich nun die verschiedenen Monitore besser einordnen.

Um noch ein wenig mehr Übersicht über die gesamte Palette an 5″ und 7″ Monitoren zu erhalten, werden alle Monitore in diesen zwei Tabellen nebeneinander gestellt.

Damit sollte jeder SmallHD Fan seinen passenden Monitor finden.

Ihr habt Fragen?

Ihr blickt noch immer nicht durch die vielen SmallHD Monitore durch? Gar kein Problem! Schreibt uns ein Kommentar oder kontaktiert unsere Vertriebsspezialisten.